Digital Marketing: Do-it-yourself oder Outsourcing?

Veröffentlicht am 20. Juli 2018 in Digital Marketing

Website-Content, Suchmaschinenoptimierung, Fotos und Videos, Newsletter, Medienarbeit, Google Adwords, Facebook-Marketing, Revenue Management, Metasearch-Distribution … Es gibt viele erfolgversprechende Massnahmen im Online-Marketing – aber wer soll sie alle umsetzen? Angesichts immer komplexerer Zusammenhänge ergibt es heute keinen Sinn mehr, alles selbst machen zu wollen.

Kluges Outsourcing ist also gefragt. Denn mit Outsourcing können kurzfristige Personallücken gefüllt, langfristig interne Kompetenzen aufgebaut oder auch nachhaltige, vertrauens- und verantwortungsvolle Mandate übergeben werden. Kluges Outsourcing kann Kosten und Zeit sparen, weil Massnahmen professionell, effizient und effektiv umgesetzt werden und der Auftraggeber sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. Outsourcing kann die personelle Flexibilität des Betriebs erhöhen, weil interne Kompetenzstellen nicht aufgebaut oder ständig besetzt werden müssen. Out¬sourcing sorgt, last but not least, für mehr Qualität und Kontinuität im Marketing.

Was können Sie outsourcen?

Zuallererst natürlich alle Massnahmen, für die Ihnen entweder die Zeit oder das nötige Know-how fehlt. Wollen Sie wirklich die Texte Ihrer Website selbst schreiben und so notfalls sechs Monate auf die Aufschaltung warten müssen? Wollen Sie wirklich selbst mit Adwords experimentieren und «Lehrgeld» bezahlen? Das sind gute Beispiele für ein sinnvolles und einfach umzusetzendes Outsourcing. Wo es um interne Betriebsabläufe geht, wird es schwieriger beziehungsweise erfordert es eine enge Zusammenarbeit. Bewertungen zum Beispiel können extern nicht sinnvoll kommentiert werden, ohne die Zusammenhänge zu kennen: Wer ist der Gast, und was ist wirklich passiert?

Wie fangen Sie an?

Wie immer bei den Zielen: Worum geht es Ihnen, was genau brauchen Sie? Haben Sie einen Marketingplan mit den für Sie sinnvollsten Massnahmen und einer ¬zeitlichen Abfolge der Umsetzung aufgestellt?

Für welchen Massnahmenbereich brauchen Sie unter Umständen einen Dienstleister:

  • Kommunikation / PR: Medienarbeit, Pressemeldungen, Influencer Relations, etc.
  • Online-Marketing: Website, News¬letter, Suchmaschinenoptimierung, Social Media, Bewertungen etc.
  • Offline-Marketing: Grafik, Printmaterialien, Flyer etc.
  • Foto / Video: Fotoaufnahmen, Videos, Panoramen etc.
  • Distribution: Metasearch-Marketing, Adwords etc.
  • Revenue Management: Preisstruktur, Dynamic Pricing, Kostenoptimierung, etc.
  • Sales: MICE und Firmenverkauf, Messeauftritte, Tour Operators etc.

Wie ist der Umfang? Geht es um eine akute Problemlösung oder um eine kontinuierliche Optimierung? Um punktuelle Überbrückung eines Personalengpasses oder um ein dauerhaftes Mandat?

Den besten Dienstleister finden

Nehmen Sie sich Zeit – es lohnt sich. Eine Agentur finden Sie etwa über die Google-¬Suche, über Plattformen wie Gryps.ch oder auch über Ihr eigenes Netzwerk. Wählen Sie drei bis fünf Anbieter aus und recherchieren Sie auf deren Website die Fach- und Branchenkompetenz, die Projekte und Kunden, das Team etc.

Fragen Sie mit einer kurzen Darstellung Ihres möglichen Auftrags an und lassen Sie sich zwei bis drei Referenzen geben. Rufen Sie diese Referenzen an und lassen Sie sich die Zusammenarbeit vor, während und nach dem Projekt beschreiben.

Den Dienstleister briefen

Bereiten Sie ein umfassendes und klares Briefing vor. Das kann schriftlich sein, muss aber nicht. Es genügen auch Stichworte, anhand derer Sie dem Dienstleister erklären und mit ihm besprechen können, worum es geht. Zum Inhalt des Briefings gehört die Ausgangslage. Beschreiben Sie Ihr Unternehmen, seine Geschichte und Positionierung, die aktuelle Situation, die personelle Aufstellung, Ihre Zielgruppen. Zudem beschreiben Sie Ihr Problem und Ihre Ziele: Was soll erreicht werden? Zum Schluss umreissen Sie die Massnahme, die Sie sich vorstellen: Art, Umfang, Zeitrahmen.
Wichtiges in der Zusammenarbeit

Sie brauchen in den meisten Fällen keinen umfangreichen verklausulierten Vertrag. Sie sollten aber folgende Aspekte wenigstens in Stichworten festhalten:

  • Leistung und Zielsetzung: Was soll getan und erreicht werden? Was muss jede Site tun oder beisteuern?
  • Erfolgsmessung: Wie wird die Leistung gemessen?
  • Zusammenarbeit: Ist es ein einmaliges Projekt, oder geht es um ein fortlaufendes Mandat mit Kündigungsfrist?
  • Bezahlung: Welcher Preis ist vereinbart, und wie wird bezahlt? (Projektpauschale, monatliche Pauschale, Tages- oder Stundensatz, prozentuales Honorar auf Budgetbasis, provisionsbasiertes Honorar, einmalige Einrichtungskosten, verbindliches Kostendach etc.)
  • Vertraulichkeit: Was gehört zu den Interna oder Firmengeheimnissen
  • Konkurrenzausschluss: Unter welchen Bedingungen darf die gleiche Leistung auch an direkte oder indirekte Mitbewerber erbracht werden?
  • Ansprechpartner: Wer sind die verantwortlichen Ansprechpartner und ihre Stellvertreter?
  • Zugangsdaten und Kontohoheit: Welche Zugangsdate zu Online-Konten (z.B. Facebook, Google etc.) werden gebraucht, und wer ist Eigentümer dieser Konten
  • Auftragsdatenverarbeitungsvertrag: Hat der Dienstleister Zugang zu personenbezogenen Daten und muss ein Auftragsverarbeitungsvertrag abgeschlossen werden?

Wenn Sie dieses Vorgehen beachten, dann können Sie sich entspannt Ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden.

 

Erschienen ebenfalls im Hotelier Ausgabe Juli 2018, Autorin Gabriele Bryant