Tipps für Ihr Personal Branding auf Linkedin.

Veröffentlicht am 7. Januar 2020 in Positionierung & Branding | Social Media Marketing

Ich staune immer wieder, wenn Teilnehmer meiner Social Media Kurse sagen, dass sie weder auf Linkedin noch auf Xing zu finden sind. Denn beide Plattformen bieten hervorragende und kostenlose Möglichkeiten, um die eigenen Kompetenzen bewusst darzustellen und potentiellen Arbeitgebern, Kontakten oder Kunden überzeugende Informationen zur eigenen Person zu liefern.

Wer in der modernen Arbeitswelt etwas erreichen will, kommt um Marketing in eigener Sache nicht herum und sollte dafür sorgen, dass er oder sie online, auf bewusst gestalteten und optimierten Präsenzen, gefunden werden kann.

Xing oder Linkedin?

Linkedin ist mein persönlicher Favorit fürs Personal Branding aufgrund des grösseren Funktionsumfangs, der höheren Reichweite und des stärkeren Engagements für Content. Linkedin bietet schon in der Gratisversion weitaus mehr nützliche Funktionen als Xing, das sich seit Jahren um Funktionen bemüht, die mittlerweile selbstverständlich sein sollten.

Xing ist stark im gesamten DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz), während Linkedin international das Netzwerk der Wahl ist und auch in der Schweiz in allen Altersklassen stärker genutzt wird. Um Xing effektiv nutzen zu können, empfiehlt sich auf jeden Fall die bezahlte Premium-Version (ca. CHF 160/Jahr).

Ein Vorteil von Xing in Bezug auf das Personal Branding sind die Regionalgruppen, in denen man sich vor Ort vernetzen und an von «Ambassadoren» organisierten Treffen teilnehmen kann. Auch die Tagging- und Suchfunktionen für persönliche Kontakte sind bei Xing etwas ausgereifter und nutzerfreundlicher.

Ziel bestimmt Auftritt: Was wollen Sie?

Wenn Sie Ihr LinkedinProfil aufsetzen oder optimieren, sollten Sie sich klar darüber werden, was Sie damit erreichen wollen. Wollen Sie einfach eine Art Visitenkarte im Netz haben oder Ihr ganzes CV und Portfolio darstellen? Suchen Sie aktiv eine bestimmte Art von Stelle oder wollen Sie einfach generell für Arbeitgeber oder andere Kontakte sichtbar sein? Wollen Sie sich und Ihre Kompetenzen positionieren und ein entsprechendes Content Marketing betreiben? Wollen Sie sich aktiv mit Anderen vernetzen, in Gruppen oder auch direkt, und ein grosses Kontaktnetzwerk aufbauen?

Tipps für einen optimalen Linkedin-Auftritt

Ihr Profil ist die Grundlage Ihres Auftritts auf Linkedin. Optimieren Sie diesen Auftritt im Sinne Ihrer Zielsetzung und nutzen Sie alle Funktionen, die Linkedin Ihnen völlig gratis zur Verfügung stellt:

Profilheader:
Hierhin gehört ein Bild, das für Sie persönlich oder für Ihr Branding Aussagekraft hat. Ein leerer Header wirkt einfach lieb- und fantasielos.

Profilbild:
Laut Linkedin werden Profile mit Bildern öfter angeschaut und erhalten mehr Nachrichten als Bilder ohne Profilbild. Macht Sinn, denn Nutzer möchten ja sehen, mit wem sie es zu tun haben. Nutzen Sie hier ein sympathisches und professionell erstelltes Bild, das auch auf anderen Webseiten oder Online-Präsenzen zu finden ist und Sie damit wiedererkennbar macht.

Persönliche URL:
Personalisieren Sie Ihre Linkedin-URL, damit Sie in Messages oder Emails einfacher und effektiver auf Ihr Profil verlinken können.

Headline:
Direkt unter Ihrem Profilbild steht Ihre Headline. Hier sollten Sie – je nach Ihrer Zielsetzung – keine kreativen Zitate oder lustigen Floskeln einsetzen, sondern ein knackiges Statement mit den den Begriffen, unter denen man Ihr Profil auf Linkedin (und damit natürlich auch auf Google!) finden soll.

Kontaktdaten:
Geben Sie alle Kontaktdaten an und verlinken Sie auch auf Ihre Webseite bzw passende andere Social Media Profile.

Info:
Hier fassen Sie zusammen, was Sie Ihren Zielpersonen, ob Netzwerkpartner oder Arbeitgeber, bieten können. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, sondern sagen Sie klar, was Sie wollen und was Sie können.

Interesse an Job-Angeboten:
Wenn Sie von Recruitern oder Arbeitgebern kontaktiert werden möchten, sollten Sie Ihr Interesse an Job-Angeboten auch entsprechend einstellen. Wenn Sie diskret sein wollen oder müssen, können Sie einstellen, dass nur Recruiter Ihr Interesse an Stllenangeboten sehen dürfen. Ihr Arbeitgeber oder Recruiter, die für Ihren Arbeitgeber arbeiten, sehen diese Information dann nicht (eine 100%ige Garantie gibt Linkedin jedoch nicht).

Berufserfahrung:
Stellen Sie relevante Berufserfahrung dar, kaschieren/optimieren Sie grössere Lücken (so wie Sie es auch für eine Bewerbung tun würden) und beschreiben Sie bei wichtigen Positionen vor allem auch Ihre Tätigkeiten und Ihre Erfolge.

Weiteres:
Nutzen Sie auch alle anderen Abschnitte wie Ausbildung, Ehrenamt, Interessen, Auszeichnungen etc. konsequent, um ein umfassendes Bild Ihrer Person darzustellen.

Wichtig:
Versuchen Sie auch hier nicht, alles für alle zu sein. Wer alles kann, alles schon mal gemacht hat, sich für alles interessiert und für alle Jobs offen ist, ist letztendlich für niemanden wirklich relevant. Definieren Sie Ihre Ziele möglichst spezifisch und optimieren Sie Ihr Profil dann konsequent auf dieses Ziel hin.

Personal Branding durch Storytelling

Linkedin ist nicht nur eine nützliche Quelle für wichtige Brancheninformationen, sondern sollte von Ihnen auch aktiv genutzt werden, um sich mit Ihrem eigenen Storytelling effektiv zu positionieren. Ob das nun eigene Text-Bild- oder Video-Beiträge zu Ihren Meinungen, Interessen, Angeboten oder Kompetenzen sind und/oder ob Sie Links auf interessante Artikel auf anderen Webseiten posten, bleibt Ihnen überlassen. Machen Sie sich einen Redaktionsplan mit Themen und Ideen für Ihr Storytelling, damit Sie regelmässig (wenigstens wöchentlich!) interessante Beiträge veröffentlichen können.

In Bezug auf den Inhalt orientieren Sie sich an Ihren Zielen, Ihren beruflichen Interessen und Kompetenzen bzw. an denen Ihrer Zielgruppen: worüber wollen und können Sie schreiben? Was interessiert Ihre Zielgruppen und was hilft Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen? Welche Medien lesen Sie, aus denen Sie interessante Artikel verlinken könnten? Sie dürfen auf Linkedin auch über sich erzählen – hier geht es allerdings weniger um Hund und Hobbies, als um Ihren persönlichen Berufsalltag, der interessiert.

Achten Sie beim Posten auch auf die Zeit: Beiträge am Morgen erreichen meist höhere Reichweiten – dabei kommt es aber natürlich immer auf die Zielgruppe an und wann diese Linkedin nutzt.

Linkedin bietet Ihnen noch weitere kostenlose Branding- bzw. Storytelling-Funktionen, die Sie nach Möglichkeit nutzen sollten. Wenn Sie zum Beispiel gelegentlich längere Artikel schreiben, können Sie diese auf Linkedin auch wie Blogartikel veröffentlichen. Präsentationen, Presseartikel-PDF oder Videos können Sie zusätzlich zu Linkedin auch auf Slideshare veröffentlichen, einer grossartigen Wissens-Quelle für viele Nutzer.

Vergessen Sie beim Linkedin-Storytelling übrigens die Hashtags nicht. Diese werden auf Linkedin zwar weniger intensiv genutzt als auf Instagram, themen- und interessensrelevante Hashtags können aber dennoch Ihre Reichweite und Sichtbarkeit vergrössern.

Social Selling oder Spamming?

«Social Selling» ist das Verkaufen über echte, vertrauensvolle Beziehungen und Kontakte, die Sie aufbauen und pflegen. Dazu gehört einerseits ein gutes Profil und ein relevantes Storytelling, andererseits aber auch die gezielte und direkte Kommunikation mit Ihren Kontakten. Nutzen Sie die Chatfunktion, um zu gratulieren, Fragen zu stellen, interessante und relevante Inhalte direkt zu liefern.

Vernetzen Sie sich bitte nicht mit anderen Nutzern, nur um diesen dann umgehend irgendwelche Angebote zu unterbreiten. Das ist nicht Social Selling, sondern ganz einfach «Spamming» und macht Sie weder interessant noch sympathisch.

Sie sollten nicht nur selbst posten, sondern auch die Beiträge anderer Nutzer in Ihrem Newsfeed anschauen, lesen und kommentieren. Das trägt nicht nur zur Beziehung bei, sondern bringt Ihnen auch zusätzliche Sichtbarkeit gegenüber den anderen Kontakten dieser Nutzer.

Empfehlen Sie Ihre Kontakte, deren Kompetenzen Sie gut einschätzen können. Wie viel tatsächliche Aussagekraft die meisten gegenseitigen Empfehlungen auf Linkedin haben, sei dahingestellt. Fakt ist: Wenn Sie jemanden empfehlen, werden Ihr Name und Foto in seinem Profil angezeigt und Sie erhalten damit Sichtbarkeit auch bei den Kontakten dieses Nutzers.

Das Netzwerk konsequent aufbauen

Der Netzwerkeffekt spielt ab ca. 150 Kontakten, überlassen Sie Ihr Netzwerk also nicht dem Zufall, sondern bauen Sie es aktiv und konsequent auf. Sprechen Sie Kollegen, bestehende Kontakte und Kunden an und verlinken Sie sich. Sammeln Sie Visitenkarten z.B. an Events und sprechen Sie Ihre neuen Kontakte am Tag darauf auf Linkedin an, indem Sie den Event, eventuelle gemeinsame Interessen etc. referenzieren und die gegenseitige Vernetzung vorschlagen.

Suchen Sie auch nach Themen-Gruppen, die für Sie aufgrund ihrer Thematik oder Mitglieder interessant sein könnten und beteiligen Sie sich dort an Diskussionen, um Ihre Kompetenz zu beweisen.

Vier Augen sehen mehr

Schauen Sie sich andere Profile an, von denen Sie lernen können. Bitten Sie aber auch Kollegen oder Freunde um ihr Feedback zu Ihrem Profil: Welchen Eindruck bekommen sie von Ihnen? Fehlt etwas? Ist etwas unstimmig?

 

Fazit
Es ist eigentlich gar nicht schwer, ein zielführendes Personal Branding auf Linkedin aufzustellen. Die Herausforderung liegt eher – wie immer bei Social Media – in der konsequenten Umsetzung. Verlassen Sie sich nicht auf Lust und Laune, sondern machen Sie sich einen sinnvollen, umsetzbaren Plan, an den Sie sich auch längerfristig halten können. Denn ein glaubwürdiges Personal Branding kann nicht über Nacht aus dem Boden gestampft werden – es braucht Content, es braucht Kontakte und es braucht Zeit.